Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt -Außenstelle Mitte-

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Inhalt: Ausbaugrundlagen

Der Ausbauplanung war in den sechziger Jahren der Verkehr mit dem Typschiff der damaligen Wasserstraßenklasse IV (heute Vb) - das sogenannte Europaschiff (Länge = 85 m Länge, Breite = 9,50 m, Abladetiefe = 2,50 und Tragfähigkeit 1.350 t) zugrundegelegt worden. Die für das Europaschiff entwickelten Regelquerschnitte mit einem Querschnittsverhältnis n = 7 waren in erster Linie durch Gesichtspunkte der wirtschaftlichen Fahrgeschwindigkeit bestimmt. Damit war zugleich - gemessen an der Beanspruchung der Kanalauskleidung - ein unterhaltungsgünstiges Profil gewählt. Neben der Leichtigkeit war die Sicherheit des Verkehrs bei den damaligen Randbedingungen in hohem Maße gegeben.

Die Entwicklung im Binnenschiffsbau und in der Flottenstruktur tendiert heute zum Großmotorgüterschiff und Schubverband. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, hat der Bundesminister für Verkehr am 1. August 1994 "Richtlinien für Regelquerschnitte von Schifffahrtskanälen" neu herausgegeben. In Anlehnung an die seinerzeit für Europaschiffe entwickelten Regelabmessungen wurden Regelabmessungen für Kanalquerschnittsformen festgelegt (Querschnitt 170 m²). Diese sind zwar eng bemessen, lassen aber einen ausreichend sicheren und uneingeschränkten Verkehr mit Schiffen bis zur heutigen Regelschiffsgröße zu.

Bemessungsschiffe für die in der Abbildung dargestellten Regelquerschnitte sind:

das Großmotorgüterschiff (GMS)
  • mit 110 m Länge
  • 11,45 m Breite
  • 2,80 m Tiefgang und
  • 2.100 t Tragfähigkeit

und Schubverband (SV)

  • mit 185 m Länge
  • 11,45 m Breite
  • 2,80 m Tiefgang und
  • 3.500 t Tragfähigkeit

Abbildung Regelquerschnitte anzeigen


Die Stichkanäle zu den Häfen Osnabrück, Hannover-Linden, Hannover-Misburg und Hildesheim werden mit einem Mindestquerschnitt von 100 m² ausgebaut. Dies ermöglicht die Fahrt eines Großmotorgüterschiffes mit 2,80 m Tiefgang in Einzelfahrt.

Die Regelquerschnitte in Begegnungsstrecken sind mit dem Streben nach technischer Zweckmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit entwickelt worden. Dort, wo sich aus der Erweiterung des Kanalbettes weder in technischer noch in besiedlungsstruktureller oder in landeskultureller Hinsicht Schwierigkeiten ergeben, wird dem T-Profil (Trapezform mit 55 m Wasserspiegelbreite) mit beidseitigen Böschungen der Vorzug gegeben.

Streckenausbau
(Streckenausbau unter laufendem Schiffsverkehr)

Überall dort, wo technische Gesichtspunkte gegen einen großflächigen Ausbau nach Regelquerschnitt T sprechen - wie beispielsweise in tiefen Einschnitten - und dort, wo Siedlungen und Industriebetriebe bis an den Kanal heranreichen, wird der Kanal entweder nach RT-Profil (Rechteck-Trapezform mit 48,5 m Wasserspiegelbreite) mit einer Spundwandeinfassung an einem Ufer und einer Böschung am anderen Ufer oder nach R-Profil (Rechteck-Form mit 42 m Wasserspiegelbreite) mit Spundwänden an beiden Ufern ausgebaut. Zur Verbesserung des Ökosystems in durch Stahlspundwände eingefassten längeren Strecken ist das KRT-Profil (kombiniertes Rechteck-Trapez-Profil) entwickelt worden. In diesem Querschnitt werden die Spundwandoberkanten in der Regel 30 cm unter den Normalwasserspiegel abgesenkt. Hierdurch ist für die am Kanal lebenden Tiere ein kontinuierlicher Übergang Land - Wasser / Wasser - Land möglich.

Wegen der besseren Umweltverträglichkeit endet auch beim einseitigen Spundwandbau die Spundwandoberkante im Regelfall unter dem Wasserspiegel, so dass ein kombiniertes Rechteck-Trapez-Trapez-Profil entsteht. Die hohe Spundwand ist nur noch dort geplant, wo es die betrieblichen oder örtlichen Verhältnisse erfordern (Liege- und Wendestellen, Einschnitte, Bebauung).