Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt -Außenstelle Mitte-

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Inhalt: Mittelweser

Im Jahr 1984 wurde von der Freien Hansestadt Bremen und der Bundesrepublik Deutschland die "Anpassung der Mittelweser von km 204,5 bei Minden bis 354,19 bei Bremen für die ganzjährige Befahrbarkeit mit 2,50 m abgeladenen 1.350 t-Schiffen" beschlossen und in einem entsprechenden Verwaltungsabkommen am 26.10.1988 festgelegt. Die Kosten von rd. 90 Mio. DM (Preisstand 1992) sollen dabei zu 1/3 von Bremen und 2/3 vom Bund getragen werden.

Die Maßnahmen von km 204,5 bis 252,6 in den Stauhaltungen Petershagen, Schlüsselburg und Landesbergen sind weitgehend abgeschlossen. Für die weiteren Anpassungsmaßnahmen in dem Flussabschnitt km 252,6 bis 354,2 - das sind die Stauhaltungen Drakenburg, Dörverden, Langwedel und Hemelingen mit den Schleusenkanälen und Vorhäfen - soll jedoch der Entwicklung in der Binnenschifffahrt vom Europaschiff zum Großmotorgüterschiff Rechnung getragen werden.

Mittelweserübersicht
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Grundlage für eine Anpassung an das Großmotorgüterschiff (GMS) ist eine Nutzen-Kosten-Untersuchung, in die die Prognosedaten aus dem Bundesverkehrswegeplan 1992 für das Jahr 2010 eingeflossen sind. Es werden für die Mittelweser für das Jahr 2010 Verkehrsmengen von 5,5 Mio. Gütertonnen erwartet. Die Nutzen-Kosten-Untersuchung hat gezeigt, dass eine Variante "Anpassung für das Europaschiff und vorgezogener Ersatz der Schachtschleuse Minden und eingeschränkte Begegnungsmöglichkeit für Großmotorgüterschiffe" das günstigste Nutzen-Kosten-Verhältnis - hier 3,2 - hat.

Die technische Planung geht zunächst von folgendem Ansatz aus: Dort, wo aufgrund bestehender Fahrrinnenbreiten Eingriffe in das Ufer erforderlich wären, wird zunächst geprüft, ob diese Uferrückverlegungen aus Sicht der Schifffahrt unumgänglich notwendig sind oder ob unter Berücksichtigung ökologischer Belange darauf verzichtet werden kann und stattdessen verkehrslenkende Maßnahmen zum Einsatz kommen sollen. Wenn Uferrückverlegungen erfolgen müssen, dann werden sie für das GMS dimensioniert.

Die Flusssohle wird auf 3,00 m unter NNW vertieft, d.h. das Europaschiff kann voll abgeladen verkehren, das Großmotorgüterschiff erhält eine Abladebeschränkung auf 2,50 m.

In Bereichen der Uferrückverlegungen, in der Regel am Innenufer (Gleithang), werden verstärkt Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen in Form von flachen Böschungen 1 : 4 bis 1 : 6 angelegt, ggf. werden auch stark versteinte Böschungen rückgebaut und abgeflacht.

Die Schleusenkanäle und die Vorhäfen werden nach den Richtlinien für Regelquerschnitte von Schifffahrtskanälen bemessen. Eine Verbreiterung kann entweder durch einen Ausbau beidseitig mit Unterwasserspundwänden oder durch eine einseitige Uferrückverlegung in Böschungsbauweise erfolgen. Die Stauhaltungen Petershagen, Schlüsselburg und Landesbergen werden der neuen Konzeption angepasst.

Besonders sensible Aufgaben sind mit der Unterbringung von ca. 2,0 Mio. m³ Baggergut sowie mit der Gewährleistung eines sich nicht verschlechternden Hochwasserabflusses verbunden.

Für die Landschaftspflege und den Naturschutz gilt das Gebot der Minimierung vor Ausgleich und Ersatz. Minimiert wird durch Abladebeschränkung und Verkehrslenkung, Ausgleich soll erfolgen durch Grunderwerb entlang der Weser und Uferabflachung mit Lebendverbauweise wird Ersatz geschaffen durch Ankauf und Gestaltung von Flächen in der Flussaue, Anlage von Nebengewässern und Renaturierung von aufgegebenen Kiesgruben.