Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt -Außenstelle Mitte-

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Inhalt: Weser, Werra, Fulda

 

Weser

Die Weser entsteht in Hann. Münden aus dem Zusammenfluss von Werra und Fulda. Bis zur Mündung in die Nordsee beträgt ihre Länge 452 km; das oberirdische Einzugsgebiet, einschließlich dem der Werra und Fulda, umfasst ca. 46.000 km².

Die Weser ist auf ihrer ganzen Länge eine dem allgemeinen Verkehr dienende Binnenwasserstraße des Bundes. Die Grenze zwischen der Binnen- und der Seeschifffahrtsstraße Weser befindet sich bei Unterweser-km 1,38 an der Eisenbahnbrücke in Bremen. Die Weserstrecke von Hann. Münden bis Minden (Weser-km 204,47) wird als Oberweser, die Strecke von Minden bis Bremen (Weser-km 366,72) als Mittelweser bezeichnet. Anschließend folgen die Unterweser bis Bremerhaven und die Außenweser bis zum offenen Meer.

Die Weser gehört von Hann. Münden bis Weser-km 354,19 (ca. 8 km oberhalb der Schleuse Hemelingen) zum Geschäftsbereich der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt Standort Hannover. Die nördlich anschließende Weserstrecke gehört zur Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt Standort Aurich.

Die Oberweser ist ein beliebtes Revier für Wasserwanderer, Ruderer und Kanuten, aber auch für motorisierte Wassersportler. Von Mai bis Oktober besteht eine fahrplanmäßige Fahrgastschifffahrt im täglichen Linienverkehr im Bereich der am Fluss liegenden Städte. Güterschiffe sind auf der Oberweser auch noch anzutreffen, insbesondere für Schwerguttransporte ab Hann. Münden. Außerdem finden in bestimmten Streckenabschnitten regelmäßige Kiestransporte mit Binnenschiffen statt. Die einzige Staustufe der Oberweser mit Wehr und Schleuse befindet sich in Hameln.
 

Güterschiff auf der Oberweser

(Güterschiff auf der Oberweser)

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung strebt für die Oberweser in Niedrigwasserzeiten, unter Zugabe von Zuschusswasser aus der Eder- und der Diemeltalsperre, einen Pegelwert von 120 cm am Pegel Hann. Münden bzw. von 111 cm am Pegel Karlshafen an. Diese Wasserstände reichen aus, um auf der Oberweser die für den Fremdenverkehr wichtige Fahrgastschifffahrt bis in den Herbst hinein zu ermöglichen. Die Fahrwassertiefen der Oberweser können – bezogen auf die jeweiligen Pegel – wie folgt errechnet werden:

Strecke:  
Hann. Münden – Karlshafen:          Pegelstand Hann. Münden minus 17 cm          
Karlshafen – Bodenwerder: Pegelstand Karlshafen minus 5 cm
Bodenwerder – Hameln
(ohne Staubereich Hameln):
Pegelstand Bodenwerder minus 28 cm
Hameln – Werremündung: Pegelstand Hameln plus 5 cm
Werremündung – Minden: Pegelstand Porta-Westfalica minus 31 cm

Die Pegelstände können in den jeweiligen Orten unter der Rufnummer 19429 abgefragt werden.

Die Mittelweser ist durch 7 Staustufen in Petershagen, Schlüsselburg, Landesbergen, Drakenburg, Dörverden, Langwedel und Hemelingen staugeregelt. An den Staustufen von Petershagen bis Langwedel befindet sich das jeweilige Wehr mit einem Wasserkraftwerk in einer Weserschleife, während die zugehörige Schleuse in einem gesonderten Schleusenkanal liegt.
 

Weser mit Wehr Petershagen und Schleusenkanal

(Weser mit Wehr Petershagen und Schleusenkanal)

Die Mittelweser wird von der Güterschifffahrt erheblich genutzt. Neben Trockengüter- und Tankschiffen sind seit einigen Jahren auch Containerschiffe auf der Fahrt von den Seehäfen an der Unterweser zu Hafenstandorten im Binnenland zu sehen. 2009 waren auf der Mittelweser 7.340 Güterschiffe (Durchgang Schleuse Dörverden) mit rd. 7,6 Mio. Tonnen Ladung unterwegs.

Die Mittelweser wird seit einigen Jahren für einen Verkehr von Großmotorgüterschiffen mit 2,50 m Abladetiefe angepasst. Die Baumaßnahmen, die bis 2013 abgeschlossen werden sollen, umfassen sowohl Arbeiten im Fluss (z.B. einzelne Uferrückverlegungen) als auch in den Schleusenkanälen sowie den Neubau der Schleusen in Minden und Dörverden. Eine durchgehende Befahrbarkeit der Mittelweser von Europaschiffen mit 2,50 m Abladetiefe konnte bereits verwirklicht werden.

 

Werra

Die Werra als rechter Quellfluss der Weser entspringt im Thüringer Wald und ist 292 km lang. Nur etwa ein Drittel der Werra, nämlich 89 km ab Falken bis zum Zusammenfluss mit der Fulda und Beginn der Weser bei Hann. Münden befinden sich als Bundeswasserstraße im Eigentum des Bundes. In diesem Bereich bestehen sechs Staustufen zur Wasserkraftnutzung: Falken, Wanfried, Eschwege, Bad Sooden-Allendorf, Letzter Heller und Hann. Münden.

Auf der Werra als nicht dem allgemeinen Verkehr dienende Bundeswasserstraße findet überwiegend nur Verkehr mit muskelbetriebenen Sportbooten statt. Von der Weser kommend kann die Werra mit motorisierten Sportbooten bis zum Unterwasser der Schleuse Letzter Heller befahren werden. Außerdem befindet sich in der Ortslage Laubach eine Wasserskistrecke. Auch die Flößerei erfreut sich auf der Werra immer größerer Beliebtheit.
 

Floßfahrt auf der Werra

(Floßfahrt auf der Werra)

 

Fulda

Die Fulda entspringt im hessischen Teil der Rhön an der Wasserkuppe und ist 218 km lang. Hiervon stehen 108,78 km ab Mecklar talwärts im Eigentum des Bundes.

Als „Obere Fulda“ wird die 77 km lange Flussstrecke bis Kassel bezeichnet. Als Bundeswasserstraße, die nicht dem allgemeinen Verkehr dient, findet auf ihr lediglich Verkehr mit muskelbetriebenen Sportbooten statt. In dieser Flussstrecke befinden sich die Staustufen Rotenburg (nicht mehr in Betrieb), Morschen, Melsungen, Guxhagen und Neue Mühle.

Als „Untere Fulda“ wird die 32 km lange Flussstrecke zwischen Kassel und Hann. Münden bezeichnet. Sie wurde in Fortsetzung der Weserwasserstraße und zum Anschluss der Stadt Kassel an das Binnenwasserstraßennetz in den Jahren 1892 bis 1896 staugeregelt. Damals entstanden insgesamt 7 Staustufen zwischen Hann. Münden und Kassel sowie ein Handelshafen in Kassel. Zusätzlich wurde die bereits bestehende historische Staustufe Kassel durch die heute noch bestehende Stadtstaustufe in den Jahren 1910 bis 1912 ersetzt.
 

Fahrgastschiff auf der Fulda

(Fahrgastschiff auf der Fulda)

Die Eingangstaustufe Hann. Münden besteht aus 2 festen Wehren und einer Kammerschleuse von 60,00 x 8,60 m mit einer Fallhöhe von 2,00 m. Diese Staustufe ist bis heute erhalten geblieben.

Auch die Stadtstaustufe Kassel mit einem Walzenwehr (2 Öffnungen je 24,30 m) und einer Kammerschleuse von 85,00 x 10,00 m mit einer Fallhöhe von 2,82 m besteht seit 1912. In den 80-er Jahren wurden die Staustufen Bonaforth und Wilhelmshausen mit Schleusen von 35,00 x 7,50 m neu gebaut. Die alten Staustufen Speele, Kragenhof, Spiekershausen und Wolfsanger mit zusammen 8,50 m Fallhöhe wurden durch die Staustufe Wahnhausen mit einer Schleuse von 35,00 x 6,80 m ersetzt.
 

Schleuse Wahnhausen - Oberwasser

(Schleuse Wahnhausen - Oberwasser)

Die Untere Fulda wird sowohl von Fahrgastschiffen als auch von Sportbooten befahren, wobei die zulässige Abladetiefe 1,20 m beträgt.
Die Schleusen in Bonaforth, Wilhelmshausen und Wahnhausen sind zur Selbstbedienung eingerichtet, während die Schleusen in Hann.Münden und Kassel zu den Betriebszeiten mit Betriebspersonal besetzt sind. Die Schleusenbetriebszeiten werden unter www.elwis.de aktuell vorgehalten.

- Merkblatt für Flöße

Zulässige Länge, Breite und Abladetiefe der Fahrzeuge und Schubverbände

Verzeichnis der Schleusen von Weser, Werra und Fulda